MGV 1880 Liederkranz Bräunlingen e.V.

"Dort wo man singt da lass dich nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder!"

 

Chronik des MGV Liederkranz 1880 Bräunlingen

„Treu unser Herz, wahr unser Wort,

frei unser Lied, Gott unser Hort“

- Sängerspruch zum 70. Jubiläum 1950 -

Die Erstellung der Chronik des MGV Liederkranz wir durch die Tatsache, dass sämtliche Unterlagen in den Kriegswirren 1939/45 verloren gegangen sind, ziemlich erschwert. Es ist weder der Tag bekannt, an dem der Verein gegründet wurde, noch der Name des damaligen Vorstandes oder der Namen des Dirigenten. Wahrscheinlich war der Hauptlehrer Asar Rappeneggerder erste Dirigent. Er leitete bis 1882 auch die Stadtkapelle. Lediglich das Studium der alten Zeitungen und der Ratsprotokelle der Stadt Bräunlingen brachte etwas Licht in das Dunkel der Geschichte. 

Die Geschichte des MGV ist auf weiten Strecken identisch mit der Geschichte der Stadt Bräunlingen. Alle Großereignisse der Stadt wurden vom Gesangverein mitgestaltet. In der Zeit vom 1. Weltkrieg waren alljährliche wiederkehrende Ereignisse die Feste zum Geburtstag des Kaisers, und des Großherzogs und die Feiern zum Sieg bei Sedan. Alle diese Feste wurden patriotisch begangen, der Gesangverein und die Stadtmusik trugen zur Erbauung der Zuhörer bei. Im Anschluss bezahlte die Stadt jedes Mal einen Umtrunk für die beteiligten Akteure was sicher sehr förderlich für die Kameradschaft war.

In der Zeit der Weimarer Republik etablierte sich Bräunlingen neben dem patriotisch/konservativ eingestellten Liederkranz auch noch eine Gesangsabteilung des Arbeiter-Turnerbundes, die wohl eher demokratischen Idealen huldigten. Dies tat aber der Gemeinsamkeit zwischen den beiden Vereinen keinen Abbruch – beide Vereine führten oft gemeinsam Konzerte und Veranstaltungen durch.

Im Rahmen der Gleichschaltung der Vereine durch das NS-Regime wurde die Gesangsabteilung des Arbeiter-Turnerbundes aufgelöst, die Mitglieder traten geschlossen dem Liederkranz bei, der Dirigent der Gesangsabteilung Hans Fürderer übernahm für 33 Jahre die Leitung des Liederkranzes.

Im 3. Reich war der Liederkranz – wie die anderen noch zugelassenen Vereine – in das Programm der neuen Machthaber integriert. Die Sänger rahmten nun eben Veranstaltungen der Partei wie sie zuvor die Veranstaltungen der Patrioten des Kaiserreiches bereichert hatten.

Im Laufe des Krieges wurde die Tätigkeit des Gesangvereins mehr und mehr eingeschränkt, da immer mehr Sänger in die Wehrmacht eingezogen wurden. Die Gesangstätigkeit konnte nur durch Zusammenarbeit mit dem Kirchenchor, und durch Heranziehung von jungen Burschen aufrecht erhalten werden. Aus diesen jungen Sängern stammen unsere ältesten Aktiven Viktor Hauser und Erich Koch.

Nach dem Krieg nahm der Chorgesang wieder einen steilen Aufschwung. Alljährlich wurden Singspiele ja sogar aufwändig gestaltete Operetten aufgeführt, die beim Publikum immer guten Anklang fanden. Anfänglich fanden diese Aufführungen in der Turnhalle statt, ab 1952 in der neu erbauten Stadthalle.

Seit den 70iger Jahren wird es immer schwieriger solche Großveranstaltungen durchzuführen. Durch das Aufkommen des Fernsehers ist das Publikum eben sehr verwöhnt, der Zuschauer hat sich an absolute Perfektion gewöhnt.

Nichtsdestotrotz:

Die Sängerinnen und Sänger des MGV Liederkranz freuen sich, wenn sie an Konzerten ihr Können unter Beweis stellen können und die Zuhörer ihren Spaß an den Darbietungen haben. Sie freuen sich jederzeit über neue Sängerinnen und Sänger. Der größte Vorteil am Gesang ist, dass der Sänger immer sein Instrument dabei hat.


„Es winden jedes Kummers Falten,

so lang des Liedes Zauber walten“

-       Friedrich von Schiller –


 

Die wichtigsten Ereignisse der letzten Jahre

1880

Gründung des Männergesangverein Liederkranz im damaligen Vereinslokal „zum Ochsen“


06.06.1881

Erster öffentlicher Auftritt bei der Grundsteinlegung zur neuen Stadtkirche am Pfingstmontag

18.11.1883

Pressebericht über die Gauverbandsversammlung der Militärvereine im Ochsen in Bräunlingen

1896

Mitwirkung bei der Enthüllung des Kriegerdenkmales

31.12.1899

Am Silvesterabend findet zum Abschluss des Jahrhunderts ein Bankett im Gasthaus Adler statt,

1909

Mitwirken bei der Einweihung des Großherzog-Friedrich-Denkmals

1912

Der Gesangverein umrahmt einen Geschichtsvortrag von Prof. Rech im „Graf“ musikalisch

10.05.1912

Mitwirkung bei der Feier zur Grundsteinlegung für die neue Schule

1914 -1918

Veranstaltungen für verwundete Soldaten und für wohltätige Zwecke

28.12.1919

Mitwirkung an der Feier für die aus dem Krieg heimgekehrten Soldaten

1920

Der Liederkranz führt alljährlich Weihnachts- und Fastnachtsfeiern in der Turnhalle durch

09.08.1920

Mitwirkung am Kinderfest an der Buchhalde

1922

Der Arbeiter und Turnerbund gründet eine Gesangsabteilung

10.06.1922

Serenade vor dem Pfarrhaus zusammen mit der Stadtmusik und dem Kirchenchor anlässlich des
Besuchs des Erzbischofs Dr. Karl Fritz

12.11.1922

Teilnahme an der Feier zur Einweihung der Brändbachtalsperre (Kirnbergsee)

1932

Wohltätigkeitsveranstaltung zusammen mit der Stadtkapelle

1923 -1933

Karl Brugger leitet neben seiner Tätigkeit als Stadtkapellmeister auch den Männergesangverein

1924

Teilname am Sängerfest in Hüfingen

1925

Konzert zusammen mit dem MGV Mannheim-Reihnau in der Turnhalle

1927

Teilnahme beim Schwarzwaldgau Sängerfest in Löffingen

1928

Aufführung der Operette „Der Jäger aus der Pfalz“ in der Turnhalle

22.07.1928

Teilname an der Einweihung der Gedächtniskapelle und des neuen Friedhofes

15.10.1929

Umrahmung der Silberhochzeit von Bürgermeister Müller zusammen mit der Stadtkapelle

17.11.1929

Doppelkonzert mit dem Gesangverein Wolterdingen in der Turnhalle

1933

Die Gesangsabteilung des Arbeiter-Turnerbundes wird aufgelöst. Die Mitgliederzahl des MGV steigt 
dadurch auf über 70 aktive Sänger

1933 -1966

Johann Fürderer dirigiert den MGV Liederkranz

1934

Am 06.Mai findet das Frühjahrskonzert des MGV Liederkranz statt.

1939 -1944

Der MGV ist durch den Militärdienst vieler Mitglieder während den Kriegsjahren sehr geschwächt.
Trotzdem werden mit der Unterstützung des Kirchenchors alljährlich Konzerte durchgeführt.
11 aktive Sänger kehren aus dem Krieg nicht mehr zurück.

1945

Vor dem Umsturz und nach dem Kriegsende kommt das kulturelle Leben in Bräunlingen zum
erliegen. Erst nach einiger Zeit erlaubt die Französische Besatzungsmacht wieder die Aufnahme der  Vereinstätigkeit. An Weihnachten wird eine erste Weihnachtsfeier zusammen mit der Stadtkapelle und  den katholischen Vereinen durchgeführt die wegen des guten Erfolges am 30. Dezember wiederholt  wird.

01.01.1946

Erstes Konzert des MGV nach dem Krieg mit Soloeinlagen und einem kleinen Singspiel in der Turn halle. Von nun an führt der Gesangverein bis 1969 unter der Mitwirkung der Stadtkapelle alljährlich  ein Neujahrskonzert mit Singspiel auf.

14.09.1947

Mitwirkung am städtischen Kinderfest zusammen mit der Stadtkapelle

1949

Traditionsgemäß fand sich auch am 1. Mai ein Teil der aktiven Sänger zusammen um den
Mai zu begrüssen.

1950

Der Verein erlebt einen beachtlichen Auftrieb und kann am 30. April sein 70. Jubiläum feierlich
begehen. Am 11. Juni kann er unter der ausgezeichneten Leitung von Johann Fürderer beim
Wertungssingen in St. Georgen anlässlich des Gausängerfestes die Bewertung „sehr gut“ erzielen.

30.08.1952

Zur Wiederverleihung der Stadtrechte und Einweihung der neuen Stadthalle führt der MGV die
Operette „Friederike“ von Franz Lehar auf.

26.07.1953

Fahnenweihe der vom Kunstmaler Carl Hornung entworfenen Vereinsfahne. Am Fest nehmen 50  Gastvereine statt

30.04.1955

Aufführung der Operette „Der Jäger aus der Pfalz“ anlässlich des 75. Vereinsjubiläums

29.05.1955

Besuch des Bundesliederfestes in Karlsruhe.

08.11.1964

Die Gruppe 8 Südbaar im Schwarzwaldgau Sängerbund veranstaltet unter der Leitung von
Musikdirektor Beierle ein Gemeinschaftkonzert in der Stadthalle an dem 350 Sänger teilnehmen.

1966

Johann Fürderer legt aus Gesundheitlichengründen die Chorleitung nieder. Nachfolger wird
Hauptlehrer Richard Bichweiler 

1967 -1982

Frau Martha Klaus leitet den Männergesangverein und säter auch den Frauen und Kinderchor

1970

Fest zum Jubiläum „90 Jahre MGV Liederkranz 1880 Bräunlingen

15.12.1973

1. vorweihnachtliches singen bei Kerzenschein. 

1974

Nach vielen Diskussionen werden Sängeranzüge beschafft. Der erste Auftritt in den neuen Anzügen 
ist anlässlich des silbernen Priesterjubiläums von Stadtpfarrer Andreas Nock

23.05.1975

Gründung des Frauenchores 

1977

Im Juni führt der Gesangverein ein „Sommerfest im Tal“ bei der Löwenbrauerei durch. Seit 1978
feiert der Verein jährlich das „Sommerfest im Ochsengarten“